Afrika, unser Nachbarkontinent

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte eine 8-tägige Delegationsreise nach Sambia und Südafrika organisiert, an der auch Rüdiger Kruse teilnahm. Themenschwerpunkte waren Nachhaltigkeitsprojekte in landwirtschaftlichen Betrieben und deutsche bzw. europäische Förderprojekte.

Rüdiger Kruse: „Die Bevölkerung Afrikas wird weiter wachsen. Vermutlich innerhalb von 30 Jahren auf das Doppelte. Nimmt man Sambia, das doppelt so groß ist wie Deutschland, dann wären das 32 Millionen Menschen. Hört sich nicht so hoch an. Aber 1960 waren es 2 Millionen Menschen. Die traditionelle Landbewirtschaftung, die für 2 Millionen Menschen funktionierte, zerstört schon jetzt bei 16 Mio. ihre eigenen Grundlage. Wir haben von Deutschland geförderte Projekte gesehen, die mit einfachen Methoden den Ertrag der Felder deutlich erhöhen. Das macht Hoffnung. In diesen Tagen ist unser Bundeminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, in einigen Ländern Afrikas unterwegs, um seinen Marshall-Plan mit Afrika vorzustellen. Der Marshall-Plan soll Hoffnung bringen für einen ganzen Kontinent. Es wird nicht möglich sein, in allen Ländern Afrikas eine wirksame Aufbau- und Investhilfe zu organisieren. Es fehlen oft die notwendigen politischen Strukturen. Doch wenn es gelingt, mehrere Länder so zu unterstützen, dass sie eine Vorbildwirkung für den Kontinent entfalten und so dazu beitragen, jungen Menschen eine Perspektive in Afrika zu geben, werden sie ihr Leben nicht mehr für eine zweifelhafte Chance im fremden Europa aufs Spiel setzen. Die Probleme in Afrika zu lösen, bedeutet auch, Probleme bei uns zu verhindern. Denn dass die ungelösten Probleme Afrikas zu europäischen Problemen werden, das wissen wir inzwischen nur zu genau.“