Pressemitteilung: Kruse (CDU) und Kahrs (SPD) setzen knapp 1,7 Millionen Euro Bundesmittel für Hamburger Denkmäler durch

Der Haushaltsauschuss hat heute insgesamt 20 Millionen Euro Bundesmittel für den Denkmalschutz freigegeben. Somit können nun 138 Denkmalschutzprojekte bundesweit gefördert werden. Davon profitiert Hamburg mit fast 1,7 Millionen Euro.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat heute eine Liste von Projekten beschlossen, die im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms VI vom Bund gefördert werden sollen. Mit diesem Programm beteiligt sich der Bund seit Jahren an der Sanierung von national bedeutsamen Denkmälern in ganz Deutschland.

Rüdiger Kruse (CDU), Hauptberichterstatter für Kultur und Medien im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages: „Mit dem nunmehr sechsten Denkmalschutz-Sonderprogramm ist es wieder gelungen, bundesweit in allen Regionen Kleinode zu fördern und vor dem Verfall zu retten. Oftmals dient diese Förderung neben dem Denkmalschutz zugleich anderen Zielen. So bereichern das Jüdische Bildungszentrum und das Planetarium das kulturelle Angebot in Hamburg.“

Johannes Kahrs (SPD), Haushaltspolitischer Sprecher und Berichterstatter für Kultur und Medien im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages: „Insbesondere die Sanierung des St. Pauli Theaters als ältestes Privattheater Deutschlands liegt mir sehr am Herzen – Thomas Collien und Ulrich Waller sind ein großartiges Team. Ganz besonders wichtig ist mir die Ju 52, mit ihrem charakteristischen Sound am Hamburger Himmel, ebenso wie die Sanierung der ehemaligen Hafenarztbarkasse, die für die Geschichte des Hamburger Hafens steht.“

Für diese sieben Hamburger Projekte, die nun anteilig vom Bund gefördert werden, hatten die beiden Hamburger Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs und Rüdiger Kruse im Vorfeld intensiv geworben:

Jüdisches Bildungszentrum
Bei dem 1877 errichteten Gebäude in der Rothenbaumchaussee 19 handelt sich um ein anschauliches Beispiel Hamburger Wohnkultur im Stadtteil Rothenbaum. Das sanierte Gebäude wird künftig Sitz des Jüdisches Bildungszentrums Chabad Lubawitsch Hamburg e.V. Seit der Gründung des gemeinnützigen Vereins im Jahr 2003 ist es gelungen, jüdisches Leben in Hamburg erheblich zu bereichern und wieder lebendig zu gestalten. Der Bund unterstützt die Sanierung des Gebäudes mit 250.000 Euro.

Hafendockter
Der Hafendockter (ehemalige Hafenarztbarkasse) diente als Hamburger Behördenschiff der ärztlichen Versorgung der Schiffsbesatzungen im Hamburger Hafen und war als solches fast 60 Jahre bis zum Ende der 1980er Jahre in Betrieb. Der Hafendockter ist aufgrund seines besonderen Baus von schifffahrtshistorischer Bedeutung. Die Sanierung betrifft u.a. modernisierungsbedingte Veränderungen wie die Umstellung von Dampf- auf Dieselbetrieb. Nach Fertigstellung soll der Hafendockter als Museums- und Traditionsschiff im Museumshafen Övelgönne ausgestellt werden. Für dieses Projekt sind 124.500 Euro vorgesehen.

Lufthansa Passagierflugzeug Ju 52/3m
Das Lufthansa Passagierflugzeug Ju 52/3m ist als bewegliches Kulturdenkmal für Rundflüge in Deutschland noch immer im Einsatz. Die Konstruktion der Maschine ist von großer historischer Bedeutung und zeugt von der bedeutenden Phase des deutschen Flugzeugbaus der 1930er Jahre. Die Restaurierungsmaßnahmen betreffen im Kern das alte Material an den Unterholmrohren der Tragflächen. Für die Sanierungsmaßnahmen ist ein Budget in Höhe von 400.000 Euro vorgesehen.

St. Pauli Theater
Das St. Pauli Theater am Spielbudenplatz gegenüber der Reeperbahn wurde 1841 errichtet. Es ist seitdem ununterbrochen in Benutzung und nicht nur das älteste Privattheater in Hamburg, sondern auch eines der ältesten Theater in Deutschland. Die Sanierungsarbeiten im Innenbereich sind zur Sicherung, Erhaltung und Instandsetzung der denkmalwerten Substanz notwendig. Die zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel belaufen sich auf 250.000 Euro.

Kirchenturm der ehemaligen Kapernaumkirche
Die ehemalige evangelisch-lutherische Kirche in Hamburg-Horn wurde 2004 geschlossen. Seit 2015 wird der geschädigte Kirchenturm restauriert. Hieran beteiligt sich der Bund nun mit 311.000 Euro.

Portaldrehkran „blau“ und „gelb“
Der blaue und der gelbe Portaldrehkran sind Bestandteil eines industriekulturellen Ensembles, die verschiedene Umschlagszeiträume und –arten repräsentieren. Der blaue Krahn wurde 1960 gebaut und ist der einzige Typ seiner Baureihe. Der gelbe Kran wurde 1972 gebaut und überwiegend im Greiferbetrieb für Schüttgutumschlag genutzt. Das Projektvorhaben beinhaltet die Komplettrestaurierung bis zur prüffähigen Wiederinbetriebnahme und Wiederaufstellung am Lotsekai. Die Kosten belaufen sich auf 180.000 Euro.

Planetarium
Das Gebäude des heutigen Hamburger Planetariums wurde 1912-15 von dem Dresdener Architekten O. Menzel als letzter Wasserturm in Hamburg erbaut und schon früh, ab 1929, zu einem Planetarium umgebaut. Mit der Verbindung von Elementen der Reformarchitektur (Backsteinbauweise, wenige dekorative Details) und der wilhelminischen Monumentalarchitektur (Kuppeldach, Kolossalbogen auf der Ostseite) und seiner Einbindung in den Stadtpark hebt sich das Bauwerk aus der Menge erhaltener Wassertürme weit heraus. Der Bund unterstützt die Restaurierung des Planetariums mit 180.000 Euro.