Pressemitteilung: Projekt „100 Jahre Gegenwart“ im Haus der Kulturen der Welt gestartet

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages war in seinen Beratungen des Haushaltes 2014 dem Vorschlag von Rüdiger Kruse MdB gefolgt und hat dem Haus der Kulturen der Welt (HKW) die finanziellen Mittel für das Langzeitprojekt „100 Jahre Gegenwart“ bereitgestellt.

Unüblich für den politischen Betrieb wurde das Projekt völlig ergebnisoffen gestartet, es wurden keine Zielvorstellungen oder Richtlinien vorgegeben.

Dazu Rüdiger Kruse: „100 Jahre Erster Weltkrieg sollte nicht nur ein Echo in Ausstellungen und Gedenkreden finden. Der Erste Weltkrieg ist konstitutiv für das heutige Europa. Als Parlament möchten wir mit dem Projekt im HKW einen ergebnisoffenen Diskurs anstoßen, der sich mit der deutschen und europäischen Entwicklung seit 1914 befasst, gleichzeitig aber auch Parallelen zu Gegenwart und Zukunft unseres Landes aufzeigt. Die Grundlage für gesellschaftliches Handeln liegt auch heute begründet in Identität und Geschichte. Die kulturelle Auseinandersetzung mit diesen Bereichen ist notwendig.“

Zum Titel des Projektes erklärt er: „100 Jahre sind der Zeitraum, zu dem Menschen persönliche Bezüge haben. Meine Großmutter war elf Jahre alt beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Durch sie hatte ich also einen persönlichen Bezug zu dieser Zeit. Den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 hingegen, kenne ich nur aus den Geschichtsbüchern.“

Zum Projekt  „100 Jahre Gegenwart“

Das Jetzt regiert. Heutigen Entscheidungen fehlt der Zukunftshorizont. Eine stete Flut von Momentaufnahmen nährt die Angst, etwas zu verpassen. Immer neue Technologien versprechen die Lösung aller Probleme. Bis 2018 probt das HKW mit 100 Jahre Gegenwart die Gegenbewegung zum Diktat des Augenblicks. Das neue Langzeitprojekt verbindet Zeitdiagnosen mit Handlungshorizonten, erschließt die Potenziale der Vergangenheit, imaginiert alternative Ausgänge.

Zur Eröffnung des Langzeitprojekts, das durch eine Sonderförderung des Deutschen Bundestags ermöglicht wird, versammelt Der Auftakt vom 30.9.bis zum 4.10.2015 Künstler, Wissenschaftler und Zeitbeobachter in einem Programm aus Gesprächen, Performances und Lesungen, Installationen und Konzerten.