Pressemitteilung: Vorzeigeprojekte im Hamburger Hafen drohen mit Abwanderung – Einführung von umweltfreundlicher Flüssigerdgas-Technologie (LNG) im Hamburger Hafen darf nicht an Bürokratie scheitern

Am Mittwoch wurde bekannt, dass eines der Vorzeigeprojekte des Hamburger Hafens für die alternative, umweltfreundliche Schiffskraftstoff- und -stromversorgung durch LNG (Flüssigerdgas) droht, an den Vorgaben des Hamburger Senats zu scheitern. Seit Mai vergangenen Jahres versorgt die LNG Hybrid Barge „Hummel“ umweltfreundlich Schiffe im Hamburger Hafen mit Strom aus Flüssigerdgas. Der Betreiber, das Harburger Unternehmen Becker Marine Systems erwägt nun, aufgrund der durch die Auflagen entstehenden Mehrkosten, das schwimmende Kraftwerk an einen anderen Hafenstandort zu verlegen. Interesse signalisiert hat u.a. bereits Rotterdam in den Niederlanden.

Dazu der Beauftragte für maritime Wirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Rüdiger Kruse MdB: „Auflagen zur Einhaltung von Sicherheitsstandards auf Wasser sowie auf Land sind wichtig, gerade für einen Stadthafen wie Hamburg. Ursache für die Verzögerung der Einführung von LNG im Hamburger Hafen scheinen jedoch fehlende Kooperation zwischen den Ressorts und mangelnder politischer Wille gegenüber einer innovativen Technologie zu sein, die sich bereits in anderen deutschen Häfen wie Rostock und bei Wettbewerbern wie Rotterdam etabliert hat. Es entstehen unmittelbare Wettbewerbsnachteile, wenn hier durch einzelne Vorgaben eine Anwendung verhindert wird, wie sie im europäischen Raum bereits möglich ist. Wird nicht umgehend der Prozess zur Etablierung von LNG im Hamburger Hafen mit einer Stabsstelle in der Senatskanzlei verankert und von dort zentral gesteuert, drohen wichtige Projekte dieses Bereichs abzuwandern. Wenn bereits die neue Klasse der umweltfreundlichsten Kreuzfahrtschiffe der Welt (AIDA-Gruppe) aus deutscher Produktion in Kürze in Hamburg eine Heimat finden soll, gibt es dazu keine Alternative. Die Konkurrenz schläft nicht, gute Projekte finden schnell andere Heimathäfen.“