Kruse/Ploß: Digitalisierung der Verkehrssysteme: Hamburger Projekte erhalten Förderung i.H.v. 19,5 Mio. Euro vom Bund

Infrastruktur (BMVI) die Übergabe von Förderbescheidurkunden für Hamburger Projekte im Rahmen des Förderprogramms “Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme” statt. Das Programm ist seit Januar 2018 in Kraft und zielt darauf ab, Vorhaben zu unterstützen, die kurz- bis mittelfristig zur Reduzierung der Luftschadstoffe insbesondere in Städten wie Hamburg beitragen.

Dazu Rüdiger Kruse, Hauptberichterstatter für den Verkehrsetat im Haushaltsausschuss:
“Gerne habe ich dazu beigetragen, dass Hamburg von dem Förderprogramm profitiert und zahlreiche Projekte vom Bund überall in Deutschland unterstützt werden. Mein Anliegen ist es, die Haushaltsmittel im Sinne der Nachhaltigkeit einzusetzen. In diesem Fall für eine sauberere Luft und damit mehr Lebensqualität in unserer schönen Stadt.”

Folgende Projekte werden mit Bundesmitteln gefördert:

Digitales Fahrgastinformationssystem in Bussen der Hamburger Hochbahn AG 2 (600 Tsd. €)
Zur Ergänzung des Vorläuferprojekts aus dem 3. Förderaufruf, in dem bereits die Erstellung des Hintergrundsystems für die Fahrgastinformation sowie die Ausrüstung von 400 Bussen mit digitalen Fahrgastinformationsdisplays erfolgt, werden in diesem Vorhaben weitere 136 Solo- und 110 Gelenkbusse mit Displays ausgestattet. Die Monitore zeigen im Fahrzeug die weiteren Haltestellen im Linienverlauf, die Umsteigebeziehungen, Abfahrtszeiten in Echtzeit, Störungsmeldungen und weitere redaktionelle Inhalte an. Dazu wird nahtlos auf das bis dahin erstellte Hintergrundsystem der Hochbahn und auf die im Vorläuferprojekt gemachten Erfahrungen aufgesetzt.

Smarte Lade- und Lieferzonen (1,06 Mio. €)
Ziel des Vorhabens „SmaLa“ ist die Einrichtung von smarten Liefer- und Ladezonen in Hamburg. Hier für soll eine App entwickelt werden, über die sich Nutzerinnen und Nutzer relevante Informationen wie z. B. Belegungen der Ladezonen anzeigen lassen können. Zudem soll es über die App möglich sein, sich die Zone kurzfristig reservieren zu lassen, um so sicherzustellen, dass sie während des gewünschten Zeitraums verfügbar ist. Um eine Fehlbelegung zu vermeiden, sollen versenkbare Poller eingebaut werden, die den Zugang nur für Berechtigte sicherstellen. Die smarten Lieferzonen verbessern den Verkehrsfluss, indem Lieferanten die ausgewählten Zonen nutzen können und so ein Halten in zweiter Reihe reduziert wird.

Digitale Disposition emissionsfreier Fahrzeuge in Anbindung an die Urban Data Platform Hamburg (2,2 Mio. €)
Das Projekt beschäftigt sich mit der Einführung eines digitalen Systems zur automatisierten Disposition von E-Bussen bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH). Durch eine Kopplung mit dem Lademanagement soll das Dispositionssystem unter anderem die Vorkonditionierung nach der vorgesehenen Abfahrtszeit des Busses automatisch steuern. Eine weitere Eigenschaft des neuen Dispositionssystems ist die Berücksichtigung von zusätzlichen Informationen anderer Informationsträger der Stadt Hamburg, die über eine Schnittstelle von der „Urban Data Plattform“ (UDP) bezogen werden. Diese Daten erweitern die Grundlage für die Disposition und ermöglichen den Fahrzeugeinsatz nach anderen Kriterien, z. B. nach den Messwerten der Umweltmessstellen im Stadtgebiet. Das Projekt beinhaltet die Planung, die Implementierung und den Testbetrieb an zwei Standorten (Bergedorf und Schenefeld) sowie das anschließende Ausrollen auf den gesamten Bereich des VHH.

Roll out: Kooperative Systeme Hamburg (15,7 Mio. €)
Das Ziel des Vorhabens ROKS-HH ist es, in Folge der Erkenntnisse der Teststrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren (Förderprojekte TAVF-HH und V2X-HH), den Ausbau der kooperativen Systeme auf ein deutlich größeres Gebiet in der Stadt Hamburg auszurollen. Der großräumige Ausbau der kooperativen Systeme in der Stadt Hamburg soll zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit, Verkehrsflussverbesserung und Schadstoffreduktion führen. Konkret sollen in diesem Vorhaben 108 Lichtsignalanlagen (LSA) auf dem Hauptverkehrsstraßennetz und Ausweichstrecken mit kooperativer Technik (u. a. Steuergeräte, Road-Side-Units [RSU] etc.) ausgestattet werden. Damit stellt dieses Vorhaben den Rollout des Vorhabens V2X-HH auf das weitere Stadtgebiet in Hamburg dar.