Rettung der deutschen Schiffbauindustrie.

Die Fachpolitiker für die Maritime Wirtschaft der Regierungskoalition im
Deutschen Bundestag Rüdiger Kruse (CDU) und Johann Saathoff (SPD) haben
gemeinsam den Antrag zur Rettung der deutschen Schiffbauindustrie
angestoßen.

Der Schiffbau ist eine zukunftsweisende Hightech Industrie und wichtiger
Zweig der Deutschen Wirtschaft und muss deshalb auch in der Corona-Krise
unterstützt werden. Ziel des Antrags ist es, die Schiffbauindustrie durch
eine europarechtskonforme Vergabe von Behörden-, Forschungsschiffen sowie
Marinefahrzeugen nach Deutschland zu stärken. Auf diese Art und Weise
erhalten die deutschen Werften sichere Einnahmen vom Bund und den Ländern.
Außerdem soll geprüft werden, welche staatlichen Aufträge vorgezogen werden
können. Bei diesen Vorhaben sollen verstärkt innovative und
umweltfreundliche Technologien gefördert werden. „Die Schiffe, die heute
gebaut werden, bestimmen die nächsten Jahrzehnte den ökologischen Fußabdruck
der Schifffahrt. Für alle Bereiche staatlicher Ausgaben gilt, dass sie der
Einhaltung unserer Nachhaltigkeitsziele dienen müssen – bei so langfristig
wirksamen Investitionen, wie im maritimen Sektor, gilt dies umso mehr“,
unterstreicht Kruse.  Dabei sollen auch die bereits vorhandenen
Förderprogramme so gestärkt werden, dass signifikante, privatwirtschaftliche
Investitionen ausgelöst werden.

Zusätzlich werden mit dem Erhalt und der Förderung dieser Branche
Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum gesichert. Deutsche Werften
machten im Jahr 2019 circa 5,7 Milliarden Euro Umsatz. Insgesamt sind in den
deutschen Werften und im maritimen Maschinen- und Anlagenbau in rund 500
Unternehmen etwa 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die
gesamte Wertschöpfungskette umfasst mehr als 2800 Unternehmen in ganz
Deutschland und rund 200.000 Arbeitsplätze. „Die Aufgabe des Bundes ist es
gerade in der Krise an der Seite der Beschäftigten zustehen. Die öffentliche
Beschaffung kann ein wichtiger Stabilitätsanker für die Schiffbauindustrie
sein. Diese Möglichkeiten müssen wir nun konsequent nutzen, um die
Arbeitsplätze entlang der gesamten deutschen Küste zu sichern“, so Saathoff.

Ein großer Schritt zur Sicherung der deutschen Schiffbauindustrie ist durch
die Verabschiedung des Konjunkturprogramms bereits gemacht worden. Auch hier
haben sich Kruse und Saathoff für die deutsche maritime Wirtschaft
eingesetzt. Ziel des Konjunkturprogramms in Bezug auf die maritime
Wirtschaft ist es, die Schifffahrt als klimafreundliches Verkehrsmittel zu
stärken, zu modernisieren und zu digitalisieren. Dafür sollen die
Innovationsförderinstrumente im Bereich der Schifffahrt ergänzt und mit
insgesamt 1 Milliarde Euro staatlicher Förderung zusätzlich ausgebaut
werden.